5. Nacht:  Räume

<xx>   Räume, die tagsüber als nichts Besonderes wahrgenommen werden, offenbaren nachts im Dunklen ihren eigenen Zauber oder ihren eigenen Kosmos. Dabei korrespondieren sie mit den eigenen Gedanken, mit dem Seelenzustand des seltenen nächtlichen Besuchers. Das machen sie nicht von Beginn an, nein, erst nach einem wiederholten Kennenlernen des Betrachters, offenbaren sie sich. Dann aber gehen sie mit ihm eine Verbindung ein und zeigen auf ihre Verwandten im Besucher selbst, die nun ebenfalls ihre Türen und Schotten weit öffnen. Im Sinne von: "Wir waren und sind immer in dir, du benötigst diese Ruhe und 'optische Stille', uns zu erkennen."

Da ist nach 4 Tagen der Raum, durch den ich gedankenlos gehe, mit einem Mal ein Spiegel der Seele, ein Zwischenraum. Vom Nichts durchs Licht wieder hinein ins Nichts.

Oder dieses unscheinbare Reststück eines Kunststoffrohres …

...es wartet auf die Entsorgung am nächsten Tag, ist nurmehr Müll aber gestattete mir noch einen kurzen Blick in den eigenen Raum. Einem Tunnel gleich, ein Licht am Ende und zu Beginn:

Und ich sah auch einen Schatz. Silberringe, weder versunken noch verborgen und doch erkannte ich ihren Wert heute erst.