8. Nacht:  Thema Licht - Rezension zur "Fenix LD50"

<xx>   Heute mal was anderes. Nun arbeite ich bereits mehr als ein viertel Jahrhundert als "Nachtwächter". Das begann schon während meines Studiums und ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass ich bei dieser Tätigkeit immer meine Hunde mit zur Arbeit nehmen konnte. Wo sonst kann man das schon? "Nachtwächter" ist übrigens ein ungeliebter Begriff in der Branche, obwohl er die Arbeit treffend bezeichnet, denn der Begriff des Nachtwächters hatte schon vor mehreren hundert Jahren einen negativen Beigeschmack (z.B. "Nachtwächterstaat", falls du in Geschichte aufgepasst hast). Ich denke, es liegt hauptsächlich daran, dass einem Nachtwächter immer unterstellt wurde und wird, er schliefe auf Arbeit ein. Dieses hartnäckige Vorurteil findet m.E. wiederum seinen Ursprung in der fehlenden Vorstellungskraft "normaler Tagesmenschen", die eine solche Tätigkeit ohne einzuschlafen sich selber niemals zutrauen würden. Und da Menschen dazu neigen, immer von sich auf andere zu schließen, heißt es in etwa: "Wenn ich einschlafen würde, tun es die anderen garantiert auch". Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist hierbei mal wieder ein gewisser Neidfaktor, denn Menschen, die tagsüber auf ihrer Arbeit von Vorgesetzten getriezt werden, beneiden natürlich die recht eigenständige Tätigkeit eines Nachtwächters, der auch noch während der Arbeit mit seinem Hund spielen kann. Also wird ihm Negatives unterstellt. Daneben gibt es auch immer das "menschliche" Verhalten, eigene Fehler nicht eingestehen zu wollen - und somit kann als Grund für negative Vorkommnisse prima der einzige am Tag abwesende Mensch herhalten - der Nachtwächter. Der Nachtwächter hat immer Schuld. Das ist so typisch wie dumm - aber wie du bereits gestern hier lesen konntest: die Menschheit besteht halt aus feingeistigen, stets positiv denkenden und handelnden Geschöpfen.

Was für eine Einleitung mal wieder! Wuuaahhh!

Ich möchte auf etwas ganz anderes hinaus.

Während dieser meiner langjährigen Tätigkeit, weiß ich, wie wichtig es ist, gutes Arbeitsgerät zu benutzen. Beim Wachmann ist dies zweifellos eine ordentliche Kommunikations- sowie Beleuchtungstechnik. Um letztere geht es heute: Die richtige Lampe.

In unseren Gefilden ist überall zu jeder Tages- und Nachtzeit eigentlich immer ausreichend Beleuchtung vorhanden. Bei einem Stromausfall in einem Gebäude reicht daher oft eine normale Taschenlampe zur Orientierung völlig aus. Anders natürlich bei den Streife fahrenden Wachleuten - ich schreibe jetzt aber über den Wachmann als Nachtwächter vor Ort. In einer Pforte sitzend braucht man keine Taschenlampe. Die einzigen Ausnahmen sind hier bei Rundgängen auf dunklen Firmengeländen zu verzeichnen oder bei sogenannten Sonderbewachungen insbesondere auf unbeleuchteten Baustellen, Firmen etc..

Seit ich aus nicht beweisbaren Korruptionsgründen seitens des Auftraggebers (Stichworte: öffentlicher Dienst und kommunaler Klüngel) 2010 meine feste Stelle verloren hatte und also ganz modern "wegrationalisiert" worden war, arbeite ich vermehrt auf immer wieder neuen Stellen zeitlich begrenzt. Wie eben auch im Moment. Dabei ist es nun sogar entschieden wichtig, eine gute Lampe für alle möglichen Gegebenheiten benutzen zu können. Ob im offenen Gelände, hinter Absperrungen draußen, ob in riesigen Produktionshallen, deren Alarmanlagen kurzfristig beispielsweise für anstehende Umbaumaßnahmen abgeschaltet werden, ob bei Neubauten auf Baustellen, bei denen ein falscher Schritt dich in Löcher, Gräben oder sonstige Abgründe reißen würde oder zum Schutz vor herumliegenden Dingen, Gegenständen oder laufenden Maschinen - wenn du im Dunkl oder Halbdunkel nicht richtig siehst, wird es unter Umständen sogar oft lebensgefährlich. Dies sind die Hauptgründe für eine gute Beleuchtungstechnik. Dabei will ich erst gar nicht davon beginnen, etwaige Einbrecher zu stellen, denn das ist trotz des Vorhandenseins eines Wachmannes immer noch Aufgabenfeld ausschließlich der Polizei. Aber erkennen und beschreiben können sollte man die Einbrecher schon.

Du siehst, es gibt nachvollziehbare Gründe, sich ein wenig intensiver gedanklich mit dem Thema Lampen zu befassen als dies im täglichen Leben eines "Normalmenschen" vielleicht der Fall ist. Gute Lampen stellt selbstverständlich mein Arbeitgeber zur Verfügung. Mein Wohl war und ist mich aber für "gut" zu kostbar und somit hatte ich bereits vor 25 Jahren und bis heute stets für mein Arbeitsgerät selber gesorgt.

Die Beleuchtungstechnik hat seither (ähnlich wie bei der Computertechnik) gewaltige Entwicklungen durchlaufen. LED-Lampen sind seit knapp 10 Jahren zum Standard erwachsen, doch LED-Lampen sind qualitativ so unterschiedlich und gibt es für spezielle Einsatzanforderungen in dermaßen vielfältigen Variationen wie dies vielleicht höchstens noch bei Autos der Fall ist. Der kleine Stadt- bzw. Einkaufsflitzer ist untauglich fürs Gelände, der Baustellen-LKW ist mit einem normalen Transporter unvergleichbar oder das Taxi wäre nachts kaum mit einem Solarmotor zu betreiben.

Mit immer wechselnden Aufgaben und Einsatzorten, verändern sich auch die Anforderungen an meine Lampen. Im Laufe der Jahre besaß und besitze ich einige, obwohl die alten Halogen-Akku-Handscheinwerfer längst entsorgt worden sind (und das von mir, Thema Entsorgung und so). Ich benötige also eine Art Universallampe, die einen Kompromiss aus unterschiedlichen Eigenschaften darstellt: nicht zu schwer zum stundenlangen Mitschleppen, hervorragende Leuchtkraft, günstig in der Energieversorgung, Robustheit, Zuverlässigkeit usw.. Billiglampen aus dem Supermarkt, die für meine privaten Nachtwanderungen mit Elli zwar ausreichen, taugen für die Arbeit hingegen kaum oder gar nicht. Somit waren und sind meine benutzten Lampen immer ziemlich teuer. Auch wenn ich sie dann 5 Jahre benutzen konnte, veränderte sich die Technik doch so gravierend im Laufe der Zeit, dass bei meiner letzten Errungenschaft ihr Preis von knapp 150 Euro inklusive Akkus und Ladegerät bisher am höchsten zu Buche schlug. Das war vergangenen Sommer. Und da diese Lampe wirklich alles bisher erlebte und gekannte an positiven Eigenschaften förmlich in den Schatten stellt, habe ich mich jetzt und hier des nachts zu einer Produktrezension bei Amazon hinreißen lassen, bei der ich mich angestrengt habe, sachlich und praxisnah zu bleiben. Und diese Rezension möchte ich dir heute vorstellen - dazu die ellenlange Einleitung :-)

Die Spezifikationen dieser Lampe lassen sich im Detail hier in der Amazon Produktbeschreibung oder unter "Fenix.de" nachlesen; es macht keinen Sinn, sie einzeln in meiner Rezension zu wiederholen, zumal sie recht theoretischer Natur sind und beispielsweise eine Lumenangabe einem Normalverbraucher wenig sagt, wenn es darauf ankommt, die Praxistauglichkeit der LD50 zu beschreiben. Auf sie möchte ich im Folgenden aber mein Hauptaugenmerk legen.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Idee, die dieser "doppelten Lampe" zugrunde liegt, sehr interessant ist: Statt mit einer stets höheren Leistung der verwendeten LEDs aufzuwarten, wird bei der LD50 quasi eine vorhandene gute Lampe in ihrer Leistung beinahe verdoppelt, indem eine zweite Lampe mit verbaut wird. Dies bietet unschätzbare Vorteile in Hinblick der Lichtintensität, hat aber kaum Auswirkung auf die Reichweite des Lichts. Das ist allerdings auch unerheblich, denn - und nun komme ich zur Praxis:

Um eine unbeleuchtete Baustelle nachts auszuleuchten, bedarf es keines Flakscheinwerfers. Die Reichweite von um die 150 Meter ist ausreichend. In dieser Entfernung sollte man aber auch etwas erkennen können. Ein schwacher Lichtpunkt in 150 Metern Entfernung bringt dem Wachmann bis auf zusammengekniffene Augen gar nichts. Dieser Punkt in der Entfernung muss hell und breit sein, so dass zu erkennen ist, ob beispielsweise die Absperrgitter geschlossen sind, ob die oberen Fenster an einem mehrstöckigen Gebäude tatsächlich verschlossen sind oder nicht. Man muss Details im Licht deutlich sehen können. Farben müssen natürlich wirken und Konturen sich voneinander absetzen. Last but not least sollte die Lichtstärke ausreichen, um im Gegenlicht dennoch Details sichtbar werden zu lassen. Genau das wird mit der LD50 hervorragend erreicht. Sie ist nicht nur hell, sondern leuchtet einen Raum geradezu taghell aus. Und das auch in rund 100 Metern Entfernung. Bei meinen nächtlichen Rundgängen war und bin ich von dieser Lichtintensität schier begeistert. Die LD50 leistet als kleine Lampe hier dasselbe wie ein herkömmlicher schwerer Handscheinwerfer.

Die Lampe bietet 5 Helligkeitsstufen. Zum Vergleich entspricht ihre 3. Stufe der maximalen und zeitlich begrenzten Leistung der LD20, einer kleinen Fenix-Lampe, die innerhalb normaler unbeleuchteter Räume zwar völlig ausreicht, für Hallen oder im weiten Gelände aber ungeeignet ist. Die Stufe 4 der LD50 ist in etwa vergleichbar mit der maximalen Leistung einer TK 15 oder TK 22. Bei der höchsten Stufe 5 handelt es sich definitiv um einen äußerst gelungenen Kompromiss zwischen einer schweren Handlampe wie der TK 61 und einer leichten Taschenlampe. Mit 220 Gramm Leergewicht hat die LD50 die Grenze einer solchen leichten Lampe sicher erreicht, ist aber noch prima in der Hosentasche mitzuführen, ohne dass ihr Gewicht dabei lästig zu werden droht. Für die Hemdtasche im Sommer ist sie aber bereits zu schwer. Darüber hinaus wirkt ihre durch die Zusammenführung zweier Rohre abgeflachte Form überaus griffig und "handschmeichelnd" - sie ist erheblich angenehmer zu halten als die heute üblichen an Batteriegröße AA angepassten dünnen Lampen.

Ihr Preis von um die 120 Euro (Stand Juli 2014) ist zweifelsohne ziemlich hoch, dazu muss für ordentliche Akkus plus einem Ladegerät noch ca. 30 Euro hinzu kalkuliert werden, so dass als Endpreis rund 150 Euro zu bezahlen sind. Das macht sicher nicht jeder für den allabendlichen Hundespaziergang. Wer jedoch auf starke Lichtleistung und tragbaren Komfort Wert legt, hat mit diesem Preis im Vergleich zur erbrachten Leistung sogar ein Schnäppchen gemacht, denn eine vergleichbare Lichtausbeute wird nach wie vor nur von teureren Lampen erbracht.

Weitere Anmerkungen in Stichworten:

- Die beiden LEDs lassen sich nicht unabhängig voneinander schalten. Dies würde schließlich auch den Sinn dieses "Doppeldeckers" ad absurdum führen. Aber es lässt sich durchaus auch nur eine Lampe betreiben, wenn man den Akku im 2. Rohr heraus nimmt. Falls nur ein Akku zur Verfügung stehen sollte, kann diese Lampe somit wie eine ganz normale "Ein-Rohr-Lampe" betrieben werden.

- Die Höchststufe 5 schaltet nach einigen Minuten automatisch zurück auf Stufe 4, um eine Überhitzung der LEDs zu vermeiden. Sie kann manuell aber sofort wieder durch Knopfdruck eingeschaltet werden. Wird sie einen längeren Zeitraum derart beansprucht, so erwärmt sich der Lampenkopf spürbar. Dies ist bei Hochleistungs-LEDs aber ein ganz normaler Vorgang.

- Etwas Lustiges: Der bereits durchaus helle Schein einer Supermarkt-Lampe für um die 20 Euro eines Kollegen wurde von der LD50 komplett im Licht verschluckt, das heißt, ob die Billiglampe ein- oder ausgeschaltet war, konnte wegen der hellen Raumausleuchtung nicht festgestellt werden - und diese Raumausleuchtung stammte einzig und allein von der LD50. Nachdem ich sie ausgeschaltet hatte, blieb im optischen Vergleich vom vormals hell wirkenden Schein der herkömmlichen LED-Lampe des Kollegen ein jämmerliches Funzeln übrig.

- Ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Der 50-Watt-LED-Standstrahler eines Handwerkbetriebs mit einem Reflektor von der Größe ungefähr eines DIN-A-4-Blattes bietet zwar ein im Winkel breiter beleuchtetes Flächenlicht aber in nur 20 Metern Entfernung von einer Wand stellt das Licht dieses Strahlers nicht die Hälfte der Details dar wie es das viel hellere Licht der LD50 vermag. In allen Belangen (Lichtweite, Intensität, Lichtfarbe und Ausleuchtung) ist die LD50 diesem Standstrahler überlegen. Das mag an einer veralteten LED-Technik des Strahlers liegen, und vielleicht sind neue Standstrahler mittlerweile in ihrer Praxistauglichkeit besser, so ist es doch ein beeindruckender Vergleich für die geradezu atemberaubende Leuchtkraft dieser Fenix LD50 Doppellampe.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, dass ich als Laie in der Beleuchtungstechnik Sie mit meiner Rezension nicht gelangweilt habe.


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Und hier gelangst du zur Produktbeschreibung mit einigen Bildern der Lampe zum Hersteller: Die Fenix LD50.