18. Nacht:  Regen, Schinken, Multitasking

<xx>   Solch ein Hallendach in einer fast leeren Halle hat's im Regen aber auch in sich. Schon die halbe Nacht prasseln die Tropfen aufs Blech, das hört sich an wie ein lautes Rauschen. Da hat Petrus aber ein gehöriges Masseproblem in seiner Lautsprecher-Box, in der wir hier sitzen, was ;-)

Ansonsten ist es heute in frisch gewaschenen Kleidern genauso wie in der ersten Nacht: ich gehe instinktiv jeder arg staubigen Ecke aus dem Weg und habe mich bereits ein paar mal beim Abklopfen der Hosenbeine ertappt. Es dauert halt so ein bis zwei Nächte, bevor man an der Menge Staub endgültig kapituliert - dann beginnt die Wohlfühlphase und man wird wieder zum Kind, das in seiner geliebten Dreckspfütze spielen darf.

Angesichts der Masse an Regen, der da auf uns hernieder prasselt, wird mir gerade die folgende Absurdität so richtig bewusst, die sich nämlich darin äußert, dass ich jeden Tag mehrere Liter Leitungswasser in Wasserflaschen von zu Hause mit dem Rad zur Arbeit schleppe. Trinkwasser für Elli und gekocht als mein Kaffeewasser. Warum nehme ich nicht den Regen dazu? Ein natürlicheres Wasser gibt es doch gar nicht. Was würden zu diesem Verhalten Menschen aus trockenen Regionen der Erde wohl sagen? Ist das nicht verrückt?! Wie ein Kühlschrank für Eskimos.

Apropos Kühlschrank: habe heute Ellis gekochten Schinken dort herausgenommen, ihn an der Garderobe kurz abgelegt, um den Parka anzuziehen und...? Genau, den Schinken natürlich vergessen. Der gammelt jetzt im Warmen vor sich hin und Elli schaut mich vorwurfsvoll an. Dosenfutter hat sie zwar, hungern muss sie nicht, doch es ist nicht dasselbe und außerdem der Beleg für meine Untauglichkeit des Multitasking.

So, dann hoffe ich mal, dass bis früh um 8 der Regen aufhört Habe keine Regengaloschen und keine Regenhose dabei, dieses Equipment liegt nämlich nett beim Schinken.